Wer in eine Neubauwohnung investiert, kann unter bestimmten Voraussetzungen zwei Anreize kombinieren: die degressive Abschreibung und KfW-Förderkredite für den klimafreundlichen Neubau. Diese steuerlichen und finanziellen Vorteile bieten Investoren attraktive Möglichkeiten und können den deutschen Wohnungsmarkt nachhaltig verändern.

Degressive Abschreibung: fünf Prozent vom Restwert

Für neue Wohngebäude, mit deren Bau zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 30. September 2029 begonnen wird, können Investoren eine degressive Abschreibung von jährlich fünf Prozent nutzen. Sie wird jeweils vom verbleibenden Restwert berechnet (§ 7 Abs. 5a EStG). Wer eine Neubauwohnung kauft, profitiert ebenfalls, wenn der Kaufvertrag in diesem Zeitraum geschlossen wird und der Kauf spätestens im Jahr der Fertigstellung erfolgt. Die Regelung wurde mit dem Wachstumschancengesetz eingeführt. Später ist ein Wechsel zur linearen Abschreibung möglich.

Die beschleunigte Abschreibung kann die Steuerlast in den ersten Jahren nach der Investition senken und so die Liquidität der Investoren erheblich verbessern. Zugleich ist die Regelung ein klares Signal an Investoren und Bauherren, sich am Ausbau des Wohnungsangebots zu beteiligen.

KfW-Förderkredite für den klimafreundlichen Neubau

Zusätzlich zur degressiven Abschreibung bieten KfW-Förderkredite für den klimafreundlichen Neubau finanzielle Vorteile. Sie unterstützen den Bau energieeffizienter Wohngebäude, die den KfW-Effizienzhaus-Standards entsprechen. Günstige Zinssätze senken die Gesamtkosten des Projekts und machen die Investition zusätzlich attraktiv.

Rechenbeispiel: Steuerersparnis durch degressive Abschreibung

Ein fiktives Beispiel: Eine Neubauwohnung in Frankfurt-Bockenheim kostet 396.000 Euro. Angenommen, der Grundstücksanteil beträgt 100.000 Euro, dann entfallen auf das Gebäude 296.000 Euro. Mit der degressiven Abschreibung von fünf Prozent vom jeweiligen Restwert lassen sich im ersten Jahr 14.800 Euro abschreiben, im zweiten 14.060 Euro, im dritten 13.357 Euro und so weiter. Über sechs volle Jahre summiert sich dies auf rund 78.400 Euro. Mit der linearen Abschreibung von drei Prozent wären es im selben Zeitraum 53.280 Euro.

Die höhere Abschreibung in den Anfangsjahren kann zu erheblichen Steuerersparnissen führen und die Rentabilität der Investition steigern. Wie hoch die Ersparnis genau ausfällt, hängt von individuellen Faktoren ab, etwa vom persönlichen Steuersatz. Für Ihren konkreten Fall empfiehlt sich deshalb eine Steuerberatung.

Fazit

Die degressive Abschreibung für Neubauwohnungen und die KfW-Förderkredite (öffnet in neuem Tab) für den klimafreundlichen Neubau geben Investoren die Chance, finanziell und ökologisch nachhaltig zu entscheiden. Beide Anreize sind ein wichtiger Schritt zu einem lebendigeren, grüneren und sozial verantwortlicheren Wohnungsmarkt in Deutschland.

Investoren, die sich für einen Neubau entscheiden und diese Anreize nutzen, können eine attraktive Rendite erzielen und tragen zugleich zum ökologischen Fortschritt und zu neuem Wohnraum bei. Da Nachhaltigkeit und ökologische Verantwortung immer wichtiger werden, sind diese Anreize eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Die Informationen in diesem Beitrag beruhen auf unseren eigenen Erfahrungen und Kenntnissen und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Wenn Sie konkrete Fragen haben oder eine individuelle Beratung wünschen, können Sie uns gern kontaktieren.